WHS 2011 Serverbackup auf mehrere Festplatten verteilen

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Das Server Backup vom WHS 2011 ist im Dashboard schnell und einfach konfiguriert. Doch leider auch nur für einfache Backupaufträge. Es ist z.B. nicht möglich zwei oder mehr Backupaufträge zu erstellen, die sich ergänzen. Ordner A auf Festplatte A und Ordner B auf Festplatte B ist ein einfaches Szenario, welches sich nicht mehr mit dem Dashboard konfigurieren lässt. Dieses Szenario lässt sich nicht einmal mit der Verwaltungskonsole im RemoteDesktop konfigurieren. Für solche Aufgaben muss man auf die schlichte Komandzeile zurückgreifen, bzw. die Befehle per Batch ausführen lassen.

Die Backupfunktion lässt sich in der Komandozeile mit dem Befehl wbadmin.exe nutzten.

Der Befehl wbadmin.exe lässt sich nun mit den entsprechenden Argumenten ergänzen um einen Einmalauftrag zu erhalten. Legt man diesen Einmalauftrag nun als zeitgesteuerten Task an, hat man ein automatisches Serverbackup nach den eigenen Wünschen. Um kompliziertere Backups, wie oben angesprochen auszuführen, wird eine logische Reihenfolge ausgeführt. Das soll heißen, zuerst wird mit einem Backupauftrag A der Ordner A auf Festplatte A gesichert, danach wird mit einem Auftrag B der Ordner B auf die Festplatte A geschrieben.

Um solch einen Backupauftrag zu erstellen muss man sich zunächst per RemoteDesktop beim WHS anmelden. Danach öffnet man den Texteditor und speichert die entstehende Datei z.B. als Backup.bat.

Schließt alle Festplatten an, damit ihr diese auch als Backup Festplatten verwenden könnt. Formatiert diese am besten mit NTFS und vergebt wahlweise einen Laufwerksbuchstaben oder nicht. Das alles geht am besten über den Server-Manager auf dem Remotedesktop. (Siehe Bilder am Ende des Artikels)

Ich zeige hier einmal ein paar Szenarien auf, die mit der Komandzozeile möglich sind und so auch in eine Batchdatei geschrieben werden können.

Szenario 1 – Inkrementelle Sicherung der Partitionen C und D auf eine Festplatte mit dem Laufwerksbuchstaben Z, inklusive Systembackup, Clientbackups etc.

wbadmin.exe start backup -backupTarget:Z: -include:c:,d: -allCritical -systemState –vsscopy

Szenario 2 – Inkrementell Sicherung der Partition C und D auf eine Festplatte Z, inklusive Systmbackup, Clientbackups etc., jedoch ohne die Ordner D:\Serverfolder\Musik und D:\Serverfolder\Videos.

wbadmin.exe start backup -backupTarget:Z: -include:c:,d: -exclude:d:\ Serverfolder\Music,d:\Serverfolder\Videos -allCritical -systemState –vsscopy

Szenario 3 – Inkrementelle Sicherung der Partition C und D auf Festplatte Y und Laufwerk E auf Festplatte Z, wobei die Systemsicherung nur auf Laufwerk Y gesichert werden soll. (Besteht aus zwei Befehlen, die nacheinander abgearbeitet werden.)

wbadmin.exe start backup -backupTarget:Y: -include:c:,d: -allCritical -systemState –vsscopy

wbadmin.exe start backup -backupTarget:Z: -include:e: –vsscopy

Szenario 4 – Vollständiges Backup der Partitionen C und D auf eine Netzwerkfreigabe (z.B. NAS) \\NAS\WHS2011Backup mit dem Benutzer Admin und dem Passwort p@ssword, inklusive Systembackup etc. Ein Inkrementelles Backup auf eine Netzwerkfreigabe ist nicht möglich. Mit diesem Befehl wird zunächst das alte Backup gelöscht, dann ein neues angelegt.

wbadmin.exe start backup -backupTarget:\\NAS\WHS2011Backup\ -user:Admin -password:p@ssword -include:c:,d: -allCritical -systemState –vsscopy

Szenario 5 – Inkrementelles Backup auf zwei verschiedenen Festplatten ohne Laufwerksbuchstaben inklusive Systembackup etc. Die Festplatten GUID kann über die Komandozeile mit dem Befehl Wbadmin.exe get disks herausgefunden werden. Z.B. {cgh78d14-0000-0000-0000-000000000}

wbadmin.exe start backup -backupTarget:\\?\Volume{
cgh78d14-0000-0000-0000-000000000} -include:c:,d: -allCritical -systemState –vsscopy

wbadmin.exe start backup -backupTarget:\\?\Volume{
abc3df56-0000-0000-0000-000000000} -include:c:,d: -allCritical -systemState –vsscopy

Szenario 6 – Komplettes Backup in Unterordnern nach Backupdatum auf einer Netzwerkfreigabe. (Unterordner lassen sich leider nicht bei lokalen Festplatten benutzten.)

mkdir \\NAS\WHS2011Backup\%date:~6,4%.%date:~3,2%.%date:~0,2%\ -user:Admin -password:p@ssword

wbadmin.exe start backup -backupTarget:\\NAS\WHS2011Backup\%date:~6,4%.%date:~3,2%.%date:~0,2%\ -user:Admin -password:p@ssword -include:c:,d: -allCritical -systemState –vsscopy

Sind die entsprechenden Einträge nun in der Batchdatei vorhanden, so kann man diesen auch zeitgesteuert automatisch ablaufen lassen. Dazu geht man am besten nach Server-Manger\Konfiguration\Aufgabenplanung\Aufgabenplanungsbibliothek ->Aufgabe erstellen. Am besten sollte der Auftrag mit den höchsten Rechten ablaufen (Unter dem Reiter Allgemein konfigurierbar.)

Anmerkung zum zeitgesteuerten Backup:

Bei zeitgesteuerten Backup wird jedes Mal ein Windows Bericht erstellt, auch wenn keine Festplatte angeschlossen ist um ein Backup zu machen. Dies führt zu einer Unmenge an Fehlermeldungen, auch im Dashboard des WHS 2011. Deswegen habe ich das Fehlerprotokoll für das Backup abgeschaltet und lasse mir über die Batchdatei für jeden Backupprozess eine Logdatei erstellen. Das Abschalten des Backupprotokolls für zukünftige Ereignisse geht über Server-Manager\Diagnose\Ereignisanzeige\Anwendungs- und Dienstprotokolle\Microsoft\Windows\Backup\Betriebsbereit -> Protokoll deaktivieren. Über den Punkt Protokoll löschen lässt es sich auch soweit leeren, dass keine alten Fehlermeldungen mehr angezeigt werden.

Eine Einzelne Logdatei pro Backupauftrag lässt sich erreichen durch die Erweiterung:

>>“C:\Users\Administrator\Desktop\Sicherungslogs\Z\%date:~6,4%.%date:~3,2%.%date:~0,2%_%time:~0,2%.%time:~3,2%.%time:~6,2%_log.txt“

Um für das Szenario 1 eine Log-Datei in den Ordner C:\Users\Administrator\Desktop\Sicherungslogs\Z\ zu schreiben wird aus dem oben genannten Befehl nun:

wbadmin.exe start backup -backupTarget:Z: -include:c:,d: -allCritical -systemState –vsscopy >>“C:\Users\Administrator\Desktop\Sicherungslogs\Z\%date:~6,4%.%date:~3,2%.%date:~0,2%_%time:~0,2%.%time:~3,2%.%time:~6,2%_log.txt“

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