Installation des WHS 2011 von einem USB-Stick

Installation des WHS 2011 von DVD
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Die Installation des WHS 2011 von einem USB Stick ist eine einfache Möglichkeit den WHS installieren zu können, wenn kein DVD Laufwerk intern angeschlossen werden kann, wie bei einigen OEM Home Servern der ersten Generation, oder nicht angeschlossen werden soll.

Die Installation von einem USB-Stick kann dabei wahlweise ohne Benutzereingaben (auch unattended Installation genannt), oder mit einem Bildschirm, Tastatur und Maus vonstattengehen. Der USB-Stick sollte mindestens 4,1 GB Speicherkapazität besitzten und ist am besten schon leer. Für die Installation gelten normalerweise die gleichen Grundlagen wie hier dargestellt.

Die Vorgehensweise ist bei beiden am Anfang gleich.

Zunächst Benötigt man ein ISO-Image der Installations-Disc. Am einfachsten funktioniert es mit einem Original ISO-Image von Microsoft. Dieses ist über das MSDN-Portal von Microsoft zugänglich, jedoch nur für MSDN-Abonnenten. Dazu sollte die Server Installations-Disc runtergeladen werden.
Wer kein MSDN-Abo besitzt, kann sich diese Image selber erstellen. Dazu benötigt man z.B. das Kostenlos erhältliche ImgBurn. Mit dem Punkt Create image file from disc lässt sich sehr leich ein Bootfähiges ISO-Image der Installations-DVD erstellen. Die Voreinstellungen sind schon auf ISO gestellt. Also nur ein Klick und schon wird das ISO-Image erstellt.

Mit dem Windows 7 USB/DVD Download Tool kann man nun sehr leicht einen Bootfähigen USB-Stick erzeugen.
Nach dem Start des Tools wählt man das ISO Image der Server Installation Disc aus und bestätigt mit weiter. Im nächsten Fenster wählt man USB device und kommt somit zum letzten Auswahlmenü. Dort sieht man eine Auswahl aller angeschlossenen USB-Wechseldatenträger, wie USB-Sticks und Speicherkarten. Mit der Wahl des richtigen USB Sticks und einem Klick auf Begin copying startet der Kopiervorgang. Ist der USB-Stick nicht leer, so wird dieser nun Formatiert. (Also alle Daten vorher von dem USB-Stick kopieren) Nach dem Kopiervorgang ist der USB-Stick so präpariert, dass ein PC davon booten kann und eine normale Installation mit Benutzterangaben durchgeführt wird. Wie die Installation am Beispiel der DVD-Installation (und des USB-Sticks) verläuft seht ihr hier.

Wie funktioniert nun jedoch eine Installation ohne Bildschirm, Tastatur und Maus?

Dazu wird eine sogenannte cfg.ini-Datei erstellt, die alle Parameter enthält, welche normalerweise bei einer Installation abgefragt werden, plus noch ein paar spezielle Befehle. Mit dieser unattended-Datei lässt sich der Homeserver auch auf einem PC ohne 2 GB Ram installieren, wenngleich dies, meiner Meinung nach, nicht empfehlenswert ist.

Erstellt z.B. mit Notepad oder dem Windows Editor eine Datei cfg.ini mit folgendem Inhalt. Diese Datei kommt danach ins Hauptverzeichniss des USB-Sticks (neben die Datei bootmgr.efi, setup.exe)

[WinPE]
ConfigDisk=1
CheckReqs=0
WindowsPartitionSize=61440

[InitialConfiguration]
Language=de-DE
Locale=de-DE
Country=DE
Keyboard=00000407
AcceptEula=true
AcceptOEMEula=true
ServerName=HOMESERVERNAME
PlainTextPassword=*******Passwort hier*********
PasswordHint=Passwort Hinweis hier
Settings=All

Was bedeuten die einzelnen Parameter nun?

Abschnitt [WinPE]

ConfigDisk=1 heißt soviel, dass die Festplatten für den WHS partitioniert und formatiert werden. Bei 0 sind noch weiter Parameter zu spezifizieren, um dem Setup mitzuteilen, auf welche Partition installiert wird. Siehe hier.
CheckReqs=0 mit dem Wert = wird die Überprüfung, ob der PC den Mindestanforderungen entspricht abgeschaltet. Mit dem Wert 1 kann nur ein PC mit den Mindestanforderungen von 2GB Ram und 160GB Festplatte genutzt werden.
WindowsPartitionSize=61440 zeigt die Größe der Partition C in MB an. Der Wert soll zwischen 20480MB und 102400MB variiert werden können. Des Weiteren gibt es den Wert MAX, welcher die gesamte 1. Festplatte als Systemfestplatte verwenden soll. [Update: Diese Einstellung habe ich nicht getestet. Nach einem Test des Lesers Jever funktioniert die Einstellung WindowsPartitionSize=MAX. Dadurch werden die Freigaben auch auf der ersten Festplatte eingerichtet und können später auf andere Festplatten verschoben werden. ]

Abschnitt [InitialConfiguration]
Language=de-DE ist die Spracheinstellung
Locale=de-DE
Country=DE für das Land
Keyboard=00000407 für das Deutsche Tastaturlayout. 00000409 für Englisches Tastatur-Layout
AcceptEula=true true für das Akzeptieren der Microsoft Eula.
AcceptOEMEula=true für das Akzeptieren von eventuell vorhandenen OEM Eulas, wenn die Installationsdaten auch von diesem stammen.
ServerName=HOMESERVERNAME Hier kommt der Name des Homeservers hin
PlainTextPassword=*******Passwort hier********* Passwort für den Homeserver. Es muss aus mindesten 8 Zeichen mit Zeichen aus drei der vier möglichen Kategorien bestehen; Groß-, Kleinschreibung, Sonderzeichen und Zahlen.
PasswordHint=Passwort Hinweis hier Ein Passwort Hinweis ist unbedingt erforderlich, da die unattended Installation ansonsten hier unterbricht.
Settings=All Setzt die Windows Update Funktion auf Automatisch Installieren.

Bei den Parameter ist unbedingt auf Groß- und Kleinschreibung zu achten. Weitere Parameter sind hier aufgelistet (auf Englisch).

Wenn die Datei nun auf den USB-Stick kopiert wird, ist alles bereit für eine unattended Installation. Ich empfehle, dass der erste Boot mit Hilfe des Bootmenüs (meist F12) durchgeführt wird. [Update: Dazu sollte zumindest eine Tastatur angeschlossen sein.] Dann wird der PC auch automatisch neugestartet und die Installation wird fortgesetzt. Ist die Bootreihenfolge jedoch so eingestellt, dass der USB-Stick immer als erstes startet, so muss man sich keine Sorgen machen, dass das Setup die ganze Zeit im Kreis installiert. Bei der ersten Installation wird die Datei cfg.ini mit dem Parameter processed=true ergänzt, wodurch die Installation selbst bei mehrmaligen Booten vom USB-Stick nicht immer wieder überschrieben wird. Dies hat jedoch auch zur Folge, dass man die Datei cfg.ini wieder auf den Ursprungszustand zurückversetzten muss, wenn man den WHS 2011 mit diesem USB-Stick erneut installieren will.
Ist nun also der USB-Stick als erste Boot-Option ausgewählt, so muss nur ausreichend lange gewartet werden. Nach dem ersten Neustart kann der USB-Stick sodann abgezogen werden und durch einen Zwangsneustart/Reset setzt die Installation danach auch fort.

17 Kommentare

  1. Nils S. sagt:

    Hi,
    wie soll ich das Bootmenü mit F12 aufrufen, wenn die Installation „unattended“ (ohne Bildshcirm und Tastatur) stattfindet?! 😀
    lg

    • Thilo sagt:

      Danke für den Hinweis, werde gleich den Artikel ergänzen.
      Eine Unattended Installation funktioniert natürlich nur, wenn man auch vom USB Stick booten kann. Wenn der zukünftige Homeserver nicht von alleine vom USB Stick bootet, so empfehle ich doch zumindest kurzfristig eine Tastatur zum booten anzuschließen. Ohne Bildschirm ist das Booten per Bootmenü jedoch auch ein gewisses Ratespielchen, da man nicht sehen kann bzw. nicht weiß wie viele Auswahlmöglichkeiten das Bootmenü aufweist und an welchem sich der USB-Stick befindet. Bei manchen älteren fertig gekauften WHS der ersten Generation gibt es spezielle USB Ports, an welchen der Rechner nur von einem USB-Stick bootet.

  2. Jever sagt:

    Super Anleitung, danke dafür.
    Du schreibst: „WindowsPartitionSize=61440… Bei alle Test von mir mit dieser Einstellung, blieb die Systemfestplatte immer 60GB groß.“

    Kann es daran liegen, dass hier SystemPartitionSize=MAX stehen sollte und nicht WindowsPartitionSize?

    • Jever sagt:

      …und ConfigDisk=0 nicht 1 sein muss, sonst ignoriert das Setup deine Wünsche?

      Werde das jetzt mal ausprobieren mit diesen Änderungen, da ich gern eine 80er als Bootplatte ausgenutzt wissen würde, sonst wäre hier ja ne 60er SSD grundsätzlich empfehlenswerter…

  3. Jever sagt:

    Es muss offensichtlich doch WindowsPartitionSize=MAX heißen, aber „MAX“ ist der Schlüssel für ne vollständige Nutzung der System-SSD.

    • Thilo sagt:

      Wäre schön, wenn du mir kurz schreiben könntest, ob eine zweite Festplatte bei der Einstellung WindowsPartitionSize=MAX gebraucht wird oder nicht. Ich kann mir vorstellen, dass dann der WHS Fehler produziert, weil z.B. die FreigabeOrdner nicht auf einer Partition D erstellt werden können.

      • Jever sagt:

        Hallo Thilo
        Hat wunderbar geklappt mit WindowsPartitionSize=MAX, die 80er Platte wird komplett genutzt.
        Wenn Du die Freigaben meinst, die die Installation einrichtet unter ServerFolders, ja die sind auch auf der einzigen SSD, die zur Zeit der Installation angeklemmt war.
        Danach alle anderen dran und nun kann man ja immer noch verschieben 🙂

  4. Thilo sagt:

    Wenn ConfigDisk=0 gesetzt ist, wird m.E. die Festplatte nicht formatiert, sondern so belassen wie sie ist. Über WindowsPartitionId kann dann die Partition vollständig oder individuell unabhängig von den 60GB genutzt werden.
    Ich selber habe die Standardkonfiguration genutzt, da ich eine 2TB platte verbaut habe.

    Ich habe damals SystemPartitionSize ausprobiert, da dies schon in der vorgebenen Datei stand. Das natürlich ohne Erfolg. Als ich später diesen Artikel bezüglich WindowsPartitionId geändert habe, habe ich vergessen, den Text zu ändern. Getestet habe ich die Einstellung WindowsPartitionId auch noch nicht. Das werde ich dann machen, wenn ich eine SSD in den Server einbaue…

  5. Christian sagt:

    Moin,

    muss in den WINPE Parametern nicht noch PID mit dem Produktcode eingetragen werden?

    • Thilo sagt:

      Der Produktcode kann eingetragen werden, wenn eine autoamtische Aktivierung durchgeführt werden soll. Die Installation funktioniert auch ohne angabe der PID 30 Tage. Danach ist eine Aktivierung zwingend erforderlich oder der WHS muss neuinstalliert werden. Ich habe von der Eingabe abgesehen, da bei der Installation von Windows auch mal was schiefgehen kann und mit der Eingabe des Produktcodes eine Aktivierung „verloren“ ist. Die Aktivierung kann man ansonsten auch nachträglich im Dashboard von einem Remotecomputer ausführen. Ist für anfängliche Testversuche meiner Meinung nach auch besser erst die Aktivierung auszuführen, nachdem das System auch wirklich funktioniert und alle Treiber erfolgreich installiert sind.

  6. Loki sagt:

    Hat bei mir nicht funktioniert usb stick mit skript steckt drin er läd auch anfangs doch danach passiert nichts keine platten aktivität mehr hab das mal 3 stunden so laufen gehabt aber ne funktioniert nicht

    • Thilo sagt:

      Wurde die Datei cfg.ini durch den Zusatz processed=true erweitert? Wenn ja, dann wurden alle Dateien, die für die Installation notwendig sind auf die Festplatte kopiert und die Installation kann durch neustart, ohne den USB Stick, fortgesetzt werden.

  7. Patrick sagt:

    Hallo,
    ich möchte das Ganze gerne auf einer Intel SSD mit 80 GB installieren. Leider komme ich nicht an der abfrage für die Systemanforderungen vorbei. Habe die cfg.ini Datei genauso abgeschrieben… Installiert wird von einer externen Festplatte. Ich weiß echt nicht weiter ;(

    • Thilo sagt:

      Die passende cfg.ini müsste folgendermaßen lauten:

      [WinPE]
      ConfigDisk=1
      CheckReqs=0
      WindowsPartitionSize=MAX

      [InitialConfiguration]
      Language=de-DE
      Locale=de-DE
      Country=DE
      Keyboard=00000407
      AcceptEula=true
      AcceptOEMEula=true
      ServerName=HOMESERVERNAME
      PlainTextPassword=*******Passwort hier*********
      PasswordHint=Passwort Hinweis hier
      Settings=All

      Die Installation von einer exteren Festplatte auszuführen, habe ich bisher nicht getestet. Ein 8gb USB stick reicht dafür normalerweise aus (eventuell reicht auch ein 4gb stick, bin mir da aber gerade nicht sicher.).
      Bei der externen Platte könnte ich mir vorstellen, dass das Installationsprogramm den WHS eben auf die selbe Platte installieren möchte, von der die Installationsdaten geladen werden. Das würde dann natürliche mit einem Fehler quittiert werden. Welcher Fehler wird denn ausgeben?

      Und dann noch eine Frage: Wird der WHS zwischendurch automatisch neugestartet? Dann siehe eventuelle den Vorpost.

  8. Ralf B sagt:

    Stick wird gebootet, aber er installiert nicht. Habe dann zum prüfen doch mal einen Monitor angehängt,
    und die Installtion bleibt beim Bildschirm hängen, wo man zwischen NEUINSTALLTION und VORHANDENDE
    INSTALLATION REPARIEREN wählen kann.

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